Die Pandemie hinter der Pandemie

In unserer Gesellschaft herrscht bereits eine Pandemie – die entartete Lebensweise.

SARS -CoV-2 oder Covid, hält uns nun seit einem Jahr in – oder besser gesagt, außer – Atem.

Inwieweit man gut, besser, schneller oder anders damit hätte umgehen müssen, oder es immer noch versuchen sollte, obliegt mir leider nicht zu entscheiden.
Ich kann nur weiterhin hoffen das die Verantwortlichen in diesem Land, sich ihrer Unfähig- oder gar Unwilligkeit, in naher Zukunft bewusst werden müssen und sich irgendwann dafür rechtfertigen. Das sie sich dafür sogar zur Verantwortung ziehen lassen, ist ja eher utopisch.

Vor, während und sicherlich auch nach C19 schleicht sich jedoch eine ganz andere Pandemie über unsere Welt und durch die westlichen Industrie Nationen. Diese, weit leisere und wenig Aufsehen erregende Pandemie, hat mehr Facetten und ist nicht so einfach einem einzigen Virus oder Grund zuzuordnen. Diese Pandemie betrifft jedoch weit mehr Menschen, weit mehr Systeme und scheint, auch wenn nicht vorsätzlich, dennoch recht billigend von uns hingenommen zu werden.

Sie zieht sich durch unsere Gesellschaft, wie ein Laubfeuer und verschlingt jährlich, allein in Deutschland, mehr als 300 Milliarden Euro (Stand 2015) aus unserem Gesundheitssystem.

Ich würde diese Pandemie „Entartung der Lebensweise“ nennen. Denn auf nichts anderem basiert sie.

Sie erscheint durch folgende Symptome und Diagnosen:
– Lethargie und fehlende Motivation
– Depression
– Angstzustände
– Demenz
– Erkrankungen des Atmungssystems
– Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems
– Krebserkrankungen
– Adipositas
– Diabetes
– Unspezifische Rücken (orthopädische) leiden
u.v.m.

Wenn wir uns anschauen auf welches Verhalten oder gar auf welches Fehlen von artgerechtem Verhalten, sich diese Symptome und Diagnosen zurückführen lassen, ist bestimmt jedem schnell klar, dass wir keinen Arzt und keine Medikation benötigen, um für uns etwas grundlegend daran zu ändern.

Wir leiden an:
– permanenter und sofortiger Verfügbarkeit von einfach ALLEM
– künstlicher oder gar mangelnder und abartiger sozialer Interaktion (Social Media)
– zu vielen und zu schnellen Wechseln von Reizen und Einflüssen pro Tag
– zu wenig anspruchsvollen und ansprechenden Aufgaben im Lebensalltag
– fehlender Erweiterung des eigenen Bewusstseins
– falscher Atmung
– massiver Konsum von künstlichen und vorgefertigten Lebensmitteln
– einem negativem Verhältnis von Leistung : Regeneration
– erhöhtem und permanenten Stresslevel
– mangelnder Bewegung (allgemein und spezifisch)
– zu viel Zucker
– zu vielen Weizenprodukten
– zu wenig Zeit
– zu wenig Schlaf
u.v.m.

Ich möchte gerne argumentieren, dass uns diese Dinge doch eigentlich allen klar sind oder zumindest sein sollten. Damit würde ich jedoch nur von mir und meinem Umfeld auf die Allgemeinheit schließen, was zu kurz gedacht ist.
Darüber hinaus, ist der Unterschied von Wissen zu Bewusstsein ein wichtiger und scheinbar auch bei den meisten Menschen in diesem Bereich weniger bis garnicht vorhanden.

Bei der Frage des Warum… warum uns diese Missstände nicht bewusst sind, ist die Antwort eine vermeintlich leichte.

Weil wir es nicht gelernt haben! Wir können es nicht. Es ist nicht Teil unseres Bewusstseins und nicht in unserem Verhalten verankert.

Und für unser System und Diejenigen die es leiten, spielt es auch schlichtweg keine Rolle. Denn wir funktionieren ja auch ohne ein wirklich gesundes und glückliches Leben, profitabel genug.

Wobei am Ende wissen Sie es wohl selbst auch nicht besser…

Darüber hinaus liegen die Prioritäten, um dieses Land zu gestalten und zu leiten, in ganz anderen Bereichen als eine Gesunderhaltung der Bevölkerung. Was man ja auch während den letzten 12 Monaten der, scheinbar nur in Deutschland, noch nötigen und anhaltenden Lock down Phase der C19 Pandemie eindeutig sieht.

Auch wenn das Banner der Politik mit der Aufschrift „Schutz der Bevölkerung vor dem Virus“ gelabelt ist, ging es doch am Ende nur darum das nicht alle auf einmal sterben und das System daraufhin völlig kollabiert.

Wenn langfristige und anhaltende Gesundheit in Deutschland wirklich eine existenzielle Rolle spielen würden, gäbe es Regelungen und Bildungsmaßnahmen, welche uns Lebensbegleitend, unterstützen, anhalten, maßregeln und motivieren würden unsere Gesundheit selbst aufrecht zu erhalten und ein höheres Bewusstsein über unseren Psycho-physischen Leistungsstand zu erlangen.

Allein die Tatsache das es keine offizielle Möglichkeit für Ärzte gibt ein Beratungsgespräch, bspw. über den Erhalt des Immunsystems, über die KK von Kassenpatienten abzurechnen, spricht doch schon Bände.
Der Druck der Pharmaindustrie und die Privatisierung der meisten Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Altersheime, in einem wirtschaftlichen System, in dem Gewinnmaximierung und Einsparungen von Ressourcen den heiligen Gral darstellen, kann man doch nichts anderes erwarten.

Gesunderhaltung und artgerechtes Leben sollte bereits bei Kindern zu Hause, im Kindergarten, in den Schulen, am Arbeitsplatz unterrichtet und angeleitet werden!

Die Biologie und Physiologie des Menschen, Ökologie, Ressourcen und Energiegewinnung, Technisierung und Globalisierung, wären sicher weit wichtigere Themen in Bildungseinrichtungen der heutigen Zeit, als Wurzeln zu ziehen und die Analyse von Gedichten des 17. Jhdt.; um auch der übernächsten Generation noch ein wirkliches Leben Miteinander und Füreinander, auf einem gesunden Planeten mit funktionierendem Ökosystem zu ermöglichen.

… Ja, ich weiss das dies eine sehr romantische Vorstellung, im Angesicht der jetzigen Zeit und unserer korrupten Regierung zu sein scheint. Dennoch wünsche ich mir ein oder vielleicht auch zwei Schritte in diese Richtung, für mich und meinen Altersgang, meine Familie und Freunde, und vor Allem für meinen Sohn und seine möglichen Kinder und nicht zuletzt für uns alle in dieser Gesellschaft!

Liebe und Bewusstsein.

Rainer Prang

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